Ein letztes Mal Quito

Dienstag, 25.03.2014

Die letzten 2,5 Tage in Ecuador habe ich in der Hauptstadt Quito verbracht, sozusagen als runder Abschied. Ein paar Dinge habe ich noch mal besucht oder gemacht, die ich letztes Mal verpasst habe. Schaut euch die Fotos an:

 Der Blick von meinem Hostel aus. Auch die grosse Kathedrale kann man gut von hier aus sehen. Der Nationaltheater Das Planetarium gehoert zu den aeltesten auf dem Kontinent. Am Sonntag werden im Park Ejido zahlreiche Gemaelde verkauft. Harter Kontrast von alt und neu; typisch fuer Quito. Ein weisser Kirchturm hebt sich hinter diesem fruehlingshaften Baum ab.Vor der Saeule in der Mitte des Plaza Grande werden die Trommeln fuer die Zeremonie aufgebaut. Jeden Montag findet mit einem unglaublichen Aufwand der Wachwechsel statt. Ist der Praesident in der Stadt, zeigt er sich. Er steht in der Mitte neben dem Vizepraesidenten. Im Stand maschierend posieren die Wachen mit ihren Standarten. Die Standarten sind aus Bambus. Die Kapelle begleitete gleich mehrere Nationalgesaenge. 

Zum Abschluss moechte ich fuer 2500 Aufrufe bedanken, im Durchschnitt 15 pro Tag. Und vor allem bin ich dankbar fuer alle Kommentare und Nachrichten, die ich von allen bekommen habe. Mir hat es grossen Spass gemacht, diesen Blog fuer euch, aber auch als Erinnerung fuer mich zu schreiben. Bald bin ich wieder in Deutschland und sehe dann hoffentlich euch alle wieder. Bis dahin macht es gut und Aufwiedersehen! :)

Abschied

Samstag, 22.03.2014

Am Freitag hat auch Jeremy, der kleine 4-Jaehrige Neffe von Flavio, gemerkt, dass irgend etwas anders ist. Ich habe nicht beim Fuettern geholfen, sondern meine Sachen gepackt und nochmal alle Kaefige und Gehege besucht. Also fragt er Raul, was denn los sei und Raul erklaert ihm, dass ich jetzt nach Hause fahre. Da schaut der Kleine erst ihn und dann mich verwirrt an. "Aber das hier ist doch sein Zuhause!", sagt er.

Und er hat recht. In den letzten 5 Monaten war Sacha Yacu nicht nur der Ort, an dem ich gearbeitet und gelebt habe, sondern vor allem der Ort, an dem ich gewohnt habe, eben ein richtiges Zuhause. Und es war ein grosses, geraeumiges Zuhause, denn es war nicht nur das Haus, sondern es war das ganze Gelaende. Die Wege zu durch den Wald zu all den Tieren sind mir mittlerweile genauso vertraut wie in Deutschland der Weg in die Kueche. Ich kenne jeden Stein, jede Wurzel und jedes Schlammloch, und es war mir am Freitag, als ich noch mal ueberall lang gelaufen bin, unmoeglich, mir bewusst zu machen, dass ich vorerst nicht wiederkommen werde. Dass ich diese Wege ein letztes Mal laufe und die aufgedrehten Tiere ein letztes Mal sehe. Der Abschied von den Leuten war natuerlich noch schwieriger, vor allem von der Familie. Eine gefuehlte Ewigkeit habe ich mit Flavio und Franzi (die beide Donnerstag in eine wohlverdiente Woche Urlaub gefahren sind), Raul und Andrea, Freddy und Julio zusammen gearbeitet und eben auch zusammen gelebt. Wir haben meinen Geburtstag, Weihnachten und Sylvester zusammen verbracht, haben zusammen Probleme geloest, uns gegenseitig geholfen und zusammen die immer neuen Voluntaere empfangen und eingearbeitet. Und auch wenn ich es gerne moechte, so weiss ich nicht, ob und wann ich sie jemals wieder sehen werde. Aber in Kontakt bleiben, dass werden wir auf jeden Fall.

Doch auch in meiner letzten Woche wurde gearbeitet, wenn auch nicht so viel wie sonst. Das lag vor allem am Regen. Noch nie hatte ich eine so verregntete Woche. Jeden Tag gab es mehr regnerische Stunden als solche, an denen es mal trocken war, und der Regen war haeufig viel zu stark, als dass man vernuenftig haette arbeiten koennen. Es regnete so stark, dass sie Baeche auf den Wegen gebildet haben und dass der Fluss, der sich durch das Gelaende schlaengelt, komplett umgestaltet worden ist. Aber ein wenig Arbeit haben wir dann doch geschafft: Einen Vogelkaefig haben wir neu eingerichtet, so dass zwei Voegel aus ihrem kleinen Zuhause in ein viel groesseres umziehen konnten. Ein Pecarie haben wir von einem Gehege zu naechsten getragen, so dass es tiefer im Wald ist. Die Wasserversorgung der Affen haben wir versucht zu reparieren und natuerlich haben wir weiter am neuen Haus gearbeitet. Am Donnerstag dann, bevor Flavio und Franzi losgefahren sind, habe ich mit Franzi und der Familie (Flavios Schwester Monica, ihr Mann und Flavios Bruder Wilfriedo waren da) noch ein leckeres Mittagessen vorbereitet: Wir haben Fische gefangen, ausgenommen und dann eine simple Fischbruehe ueberm Feuer gekocht. Dazu gab es dann ganz typisch Platanos, die Kochbananen. Hier die Fotos der letzten Woche:

Grumpy ist am Wochenende entwischt, aber schnell wieder eingefangen worden. Zufrieden ist er nicht... Dieses Das Pecarie muss ueber den Fluss getragen werden. Das ganze Flussbett sieht jetzt total anders aus. Aus diesem kleinen Teich kommt das Wasser fuer die Affen. Im stroemenden Regen fliesst das Wasser vom Wellblechdach. So sah das Haus am Anfang der Woche aus... ...und so jetzt. Fertig ist es aber noch nicht. Diese seltsame Schlange ist ums Haus geschlichen. Sie ist nicht sonderlich gefaehrlich. Unsere Fischbruehe. Selbst gefangen, getoetet, ausgenommen und gekocht. Das ist Mini-Bambus, der Flavio gehoert.

Was ich ausserdem gemacht habe, war mit Franzi Fotos austauschen, so dass ich jetzt wieder ein paar neue Fotos habe. Es war eine kleine Zeitreise, da Franzi ja gleichzeitig mit mir angekommen ist und entsprechend auch ganz alte Fotos hat. An dieser Zeitreise lass ich euch jetzt gerne teilhaben:

Jeremy ist eine tropische Frucht. Die Haengematten haengen schon seit langer Zeit woanders. Freddy traegt ein geflochtenes Blatt fuer unser Blaetterdach, das schon lange fertig ist. Adrian postet fuer ein Foto. Er ist schon seit ueber 3 Monaten in Florida. Ich flechte eines der Blaetter. Heute haengen die Haengematten hier. Am Ende wurde hoch oben auf dem Dach gearbeitet. Die Blaetter unten sind deutlich aelter als die weiter oben. Die Aufgabe der Leute unten bestand darin, Blaetter nach oben zu reichen. Der Mann ist Flavios Vater, Armando. Hier sind die Welpen noch ganz klein und alle 7 sind noch da. Hier machen wir Stockbrot, was die beiden Britinnen und die Ecuadorianer ganz exotisch, aber auch sehr schoen fanden. Das ist das Essen bei der Weihnachtsfeier mitte Dezember. Ein schoenes Bild von Flavio. Die Leute von unseren kleinen Weihnachtsfeier. Luza und Blanca geniessen die Aussicht. Beide leben mittlerweile woanders. Baumwolle waechst hier an vielen Stellen.

Heute fahre ich nach Quito, habe noch 2,5 Tage dort, bevor es am Dienstag auf meine lange Reise (Ich komme erst Mittwochnachmittag in Amsterdam an) nach Hause geht. Montag melde ich mich wahrscheinlich noch mal. Bis dahin bedanke ich mich fuer die lieben Kommentare unter dem letzten Eintrag und ich freue mich darauf, euch alle bald wieder zu sehen. :)

Alles zum letzten Mal

Samstag, 15.03.2014

Es steht mir nun eine Woche bevor, in der ich alles zum (vorlaeufig) letzten Mal machen werde. Ich werde die Tiere ein letztes Mal fuettern, meine Waesche ein letztes Mal selbst waschen und ein letztes Mal im Dschungel Karten spielen. Es fuehlt sich komisch an, dass sich bald ein 6-monatiger Abschnitt meines Lebens dem Ende zuneigt, gut und schlecht zugleich. Aber ein wenig Zeit habe ich ja noch, und jetzt brichte ich erst mal von der vergangenen Woche.

Wir sind jetzt wieder weniger Voluntaere und naechste Woche nur Jungs (abgesehen von Franzi), was ich in den ganzen 5 Monaten noch nicht hatte. In der letzten Woche hat das neue Haus ganz schoen Fortschritte gemacht, obwohl nur Franzi, Flavio und seine Eltern daran gearbeitet haben. Wir Voluntaere hatten mit dem Instandhalten von Gehegen genug zu tun.

Es nimmt im wahrsten Sinne des Wortes Formen an. Das Wellblechdach fehlt noch. Es werden drei Zimmer eingebaut.

Ansonsten sind leider zwei Tiere gestorben. Eines davon war das rote Coatie, ganz ueberraschend und wahrscheinlich an einer Vergiftung, als es irgendein falsches Tier (Ratte zum Beispiel) gegessen hat. Das ist echt schade, da es wirklich nett und wunderschoen war. Das andere Tier war das einzige maennliche Kinkajou, das wir haben. Das war allerdings keine Ueberraschung, denn vor kurzem wurde Darmkrebs bei dem kleinen Monster diagnostiziert. Es war schon sein Monaten duerr und hat dann in den letzten Wochen richtig abgebaut. Normalerweise richten wir fuer verstorbene Tiere kein Grab ein, sonst haetten wir einen richtigen Friedhof hinter dem Haus. Sie werden meistens verbuddelt oder, was natuerlicher ist, in den Wald gelegt. Doch in diesem Fall haben ein paar Voluntaere die Initiative ergriffen, und jetzt steht hinter der Kueche ein kleines Doppelgrab:

Zwischen den Steinen liegt ein grosses Schneckenhaus.

Viel mehr gibt es kaum zu berichten, darum hier noch ein paar Bilder:

Dieser Teich ist hinter dem Feed Shed. Ich liebe meiner Unterwasserkamera. Ein scheinbar unendlicher Pfad fuehrt in den Wald. In diesem Schachspiel spielen die Conquistadores gegen die Indigenen. Little ruht sich an meinem Bein aus.

Regenzeit

Samstag, 08.03.2014

Seit locker 3 Wochen haben wir fast nur noch Regen, ausser am Freitag, an dem es sich manchmal etwas auflockert (die Sonnenfotos vom letzten mal kamen alle vom Freitag). Meine Waesche wird so nie trocken...

Ansonsten leert es sich gerade wieder ein wenig, wir sind aber immer noch einige Voluntaere. Wir haben die letzte Woche mit ganz verschiedenen Sachen verbracht. Ich habe auf Little Fucker aufgepasst, der sich von seinen Epilepsie-Attacken letzten Samstag erholt, wir haben an Haeusern und Tischen fuer uns und die Gehege gezimmert und Zaeune vergroessert. Alles in anderem aber nicht viel besonders. Es ist nur schade, dass jetzt so viele (nette) Leute wieder gehen. Aber bald bin ich es, der geht. Noch 2 Wochen hier im Center, und dann wohl noch etwas Zeit in Quito.

Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu berichten, aber hier noch ein paar Fotos. :)

Ein Terminetennest mit eingeriztem Gesicht... Es war praktisch in einem Kaefig drin und musste verbrannt werden. Man muss ein wenig pusten, aber dann brennt das ganze ziemlich schnell. Bald war nicht mehr viel uebrig: Nur noch Asche und tote Termiten. Auch an dem neuen Voluntaer-Haus bauen wir weiter. So sieht es zur Zeit aus. Dieser freche Vogel will der erste am Futter sein. Kira darf einen Fisch haben. Muss sie aber selbst angeln. Die Hunde untersuchen ihre neue Spielflaeche.

Fotoblog

Sonntag, 02.03.2014

Diese Woche habe ich besonders viele Beilder vom Center und unserer Arbeit dort, denn am Freitag haben wir Fotos ausgetauscht. Deshalb sind die folgenden Bilder auch von ganz vielen verschiedenen Leuten aufgenommen worden. Da die Fotos bereits auf dem Computer, von dem ich sie habe, nicht mehr ganz sortiert waren, kann ich auch kaum Namen nennen. Ich moechte mich aber bei allen, die hier ihre Fotos wieder finden, herzlich bedanken! :)

Aber nun erst mal zu der letzten Woche. Wir sind immer noch recht viele Leute (17) und immer noch geniesse ich das sehr. Es gibt auch nach wie vor viel zu tun: Wir reissen gerade ein altes Haus ab, um das Holz dann fuer ein neues Haus fuer Voluntaere zu nutzen, wir bauen Spielzeuge fuer die Affen und halten wie immer alle anderen Gehege in Stand. Erinnert ihr euch noch an Huanganita, das Baby-Huangana? Im Moment sieht es so aus, als ob es tatsaechlich ein Pecarie ist, aber das macht in dem Alter eh noch keinen Unterschied. Da es so frueh seine Eltern verloren hat und von unseren Pecaries nicht angenommen wird, sind wir seine Erstazeltern, was langfristig bewirkt, dass es nie frei gelassen werden kann. Aber es fuehlt sich wohl, wie diese Bilder bezeugen:

Huanganita frisst verfaulten Salat. Wenn es was von einem will, reibt es sich an den Beinen. Oder springt an einem hoch... Es geniesst es sehr gekrault zu werden!

Am Anfang der Woche hat das kleine Schwein ein Abenteuer erlebt: Wann immer wir irgendwo hingehen, folgt es uns (es sieht in uns ja die Eltern und die Herde). Da es das immer tut und wir kaum was dagegen tun koennen, beachten wir es dabei kaum. Und so ist es auch einer Gruppe gefolgt, die den Huegel hoch gegangen ist, um beim Abreissen des Hauses zu helfen. Die Gruppe hat das Schwein eine Weile nicht mehr gesehen, als ploetzlich ein Motorad mit zwei groelenden Jugendlichen vorbei faehrt. In der Hand halten sie ein kleines, unscheinbares Buendel, was eine Voluntaerin sofort als Huanganita erkennt! Schon bald finden sie ein Haus, vor dem das Motorad steht, und Simon, der fliessend Spanisch spricht, kloppft an und fragt mal hoeflich nach, ob hier jemand ein kleines Schwein gesehen habe. Natuerlich nicht, aber Simon bittet wieder sehr hoeflich darum, doch mal mit den beiden Jugendlichen vom Mottorad sprechen zu duerfen, vielleicht haben sie es ja gesehen. Also kloppft er an deren Tuer und als sie endlich oeffnen, sitzt in einer dunklen Ecke ein verletztes und veraengstigtes Baby-Pecarie. Simon bleibt aber immer noch hoeflich und freundlich und freut sich darueber, das Schwein wieder zu sehen ohne die Leute zu beschuldigen. Als langsam klar wird, dass das Schwein zu der Gruppe von Voluntaeren gehoert, wissen die Jugendlichen zu berichten, dass jemand versucht hat, es zu entfuehren und sie es gerettet haetten. Trotz dieser offentsichtlichen Luege bedankt sich Simon in diesem absurden Schauspiel herzlich dafuer und zusammen mit Flavio, der kurz darauf erscheint, schaffen sie es das um sich beissende Tier mit einem T-Shirt einzufangen und herunter zu tragen. Ein Bein hat es sich verletzt, aber mittlerweile hat es sich schon fast wieder erholt. Es hat aber eine Weile gebraucht, bis es uns wieder getraut hat.

Die Woche nahm aber normal ihren Lauf. Wir haben aus Bambus kleine Spielzeuge gebaut; Roehren mit kleinen Loechern, in denen Erdnuesse versteckt sind. Ausserdem gab es fuer einen Affenkaefig eine grosse Reifenschaukel! Ansonsen habe ich gemerkt, dass es ganz schoen harte Arbeit sein kann, nur mit ein paar Werkzeugen ein ganzes Haus abzumontieren. Aber wenn man dann mit einer Metallstange eine Wand aus Ziegelsteinen zum Einsturz bringt, macht das richtig Spass!

Am Freitag war gutes Wetter und ich war endlich beim Wasserfall von El Triunfo, dem naechsten groesseren Dorf. Dieser Wasserfall ist eine der wenigen Touristenattraktionen der Umgebung und viele Voluntaere fahren dort am freien Freitagnachmittag hin. Und obwohl ich schon so lange hier bin, habe ich erst jetzt geschafft. Dafuer aber bei strahlendem Wetter! Hier ein paar Bilder:

Der Wasserfall in seiner vollen Groesse. Ich beim Fotografieren. Sonnenbaden auf der Holzbruecke.Der Bach beim Wasserfall. Und hier ein Bild unter der Wasseroberflaeche. Diese Treppen fuehrten uns zum Ziel. Die Aussicht ist hier atemberaubend. Zurueck ging es auf einem Pick-Up.

Little Fucker, der Kapuzineraffe, der seine linke Seite nicht mehr richtig bewegen konnte, was eigentlich schon auf dem Weg der Besserung, als er am Freitag einen neuen Anfall hatte. Er war ganz apathisch, wieder stark gelaehmt und hatte alle zwei Minuten epileptische Anfaelle. Sein Kopf zuckte dann immer nach links und sein ganzer Koerper verkrampfte sich. Wir hatten kaum erwartet, dass er dies ueberleben wuerde, aber jetzt sieht es so aus, als ob es sich wieder bessert. Aber die Laehmung ist wieder so stark wie zuvor. Was aus ihm wird, wird sich mit der Zeit zeigen.

Jetzt erst mal den Rest der Bilder:

Die wilden Totenkopfaffen. Anlaesslich des Karnevals haben wir uns Krapfen gemacht! Unser kleiner Totenkopfaffe. Er ist zusammen mit Zongo Zongo in einem Kaefig. Der Totenkopfaffe liebt es, auf Menschen herumzuklettern. Oder sich ein wenig auszuruhen. Manchmal stoert das ganz schoen beim Arbeiten! Zongo Zongo begutachtet unser Spielzeug. Und hier sitzen sie beide auf mir herum. Die Papageien geniessen ihre Wassermelone. Hier bauen wir das Haus fuer die Voegel. Diese Schnecke war groesser als meine Faust! So sah sie von vorne aus. Man braucht viel Geduld beim Schildkroetenfuettern. Ein normales Mittagessen. Die Affen sind immer ein wenig skeptisch... ...Vor allem wenn es ums Futter geht! Auch Lorenza schaut sich um. Die Coaties warten auf ihr Futter. Hier bringen Flavio und sein Bruder Julio das Ozelot zu seinem neuen Gehege. Die Pecaries streifen um das Haus herum. Hier eines in der Nahaufnahme. Flavio reinigt einen Affenkaefig. Die Affen findes gut. Kira fragt sich zum hundersten Mal, was die Menschen immer von ihr wollen. Osso ruht sich in der Asche aus. Und Cookie, seine Grossmutter, vor der Kuechentuer. So schlafen die Hundewelpen und die kleine Katze am liebsten. Auch auf den Schoss kommen sie am liebsten zu dritt. Hier ein Panoramabild des Centers. Und hier ein normales Bild mit der Kueche (hinten) und ein paar Schlafraeumen. Bei gutem Wetter kann man gar nicht genug Bilder vom Wald machen. Vor allem solche Bilder. Die schneeweissen Wolken ziehen sich ueber den gruenen Ozean. Und der Ozaen wird am Horizont langsam selbst zum Himmel. Doch auch die Wolken sind beeindruckend. Noch ein Panoramabild, weil´s so schoen ist. Diese Ozelotbilder wurden geschickt durch den Zaun aufgenommen. So sieht man es in seiner ganzen Pracht. Das juengere Kinkajou (Wickelbaer). Es ist doch unschuldig! Jeden Abend wacht das nachtaktive Tier auf und klettert aus seinem Haeusschen. Und dann klettert es auf einem herum... ... und schleckt einen manchmal auch ab. Lisa freut sich immer ueber Besuch. Jeremy haelt einen der Hundewelpen. Diese Blattschneideameisen sind einfach ueberall. Der Himmel erstrahle immer in wunderbaren Farben. Kira sonnt sich im trockenen Gras. Eines meiner Lieblingsbilder (Danke Linda!) Little Fucker laechelt einen manchmal geradezu an. Kartoffelschaelen gehoert zum Alltag dazu. Kartenspielen aber auch! Die Sonne verschwindet frueh hinter den Baeumen. Osso passt auf uns auf! Auch Alltag: Grashuepfer fuer die Affen fangen. Der neue Werkzeugschuppen ist fertig und aufgeraeumt! Bei feuchtem Wetter spriessen ueberall Pilze aus dem Boden. Kira und eine veraengstige Leonie warten auf ihr Futter. Der Fluss vor den Pecariegehegen. Die Arbeit oben am Haus, das wir demontieren.

So, ich hoffe, ich habe jetzt alle Bilder, die ich hochladen wollte. Und dass es euch die kleine Tour durch die Station Spass gemacht hat. :)

Full House

Samstag, 22.02.2014

Am Sonntag bin ich zurueck gekommen und finde das Center nahezu komplett gefuellt vor! Wir waren Anfang der Woche ueber 20 Leute, da in der Woche, die ich weg war, so viele neue Leute gekommen sind, und zwar endlich mal auch aus anderen Laendern: Kanada, USA, Belgien, Daenemark und UK sind zur Zeit vertreten. Und mir macht es mit so vielen Leuten richtig Spass! Vor allem nach einer so langen Zeit mit wenig Voluntaeren, ist es toll so viele Leute um sich zu haben.

Eine besondere Erfahrung war zum Beispiel die kanadische Familie, die leider nur eine Woche geblieben ist (alle anderen bleiben mindestens 4 Wochen!). Es waren die zwei Eltern mit zwei Soehnen, 9 und 11 glaube ich. Tagsueber hat die ganze Familie super mitgeholfen, waherend wir Abends in grossen Gruppen und mit begeisterten Jungs Werwoelfe gejagt haben (simples Rollen-/ Kartenspiel). Generell kriegen wir gerade ordentlich Arbeit geschafft, an der es natuerlich nicht mangelt: Wir bauen wie immer an und in Kaefigen und Gehegen herum und dazu wurde beschlossen, das dauerhaft ein neues Haus fuer Voluntaere her muss, an dessen Fundament wir jetzt werkeln.

Ebenfalls in meiner Abwesenheit angekommen ist ein kleines Kaetzchen namens Leonie. Das ergaenzt die tierische Kinderstube, die wir jetzt rund ums Haus halten: Neben Leonie und der anderen Katze Kira sind da zwei der Welpen und das kleine Huangana (Huanganita). Die verstehen sich alle recht gut, konkurieren jetzt aber um unsere Aufmersamkeit. Zum Glueck ist davon genug da, und Leonie kann man sogar mit beiden Welpen zusammen auf dem Schoss haben.

Hier ein paar Bilder:

Die Busse in Riobamba. Ein letztes Bild aus der Sierra. Es wurden gleich mehrere Baeume gefaellt! Das Holz dient jetzt fuer unsere Wege. Unser Hund Cookie ruht sich aus. Leonie, die neue Katze. Drei Tiere aus unserem Tierkindergarten. Kira hat in diesem Erdhaufen einen neuen Spielplatz entdeckt. Ein Blaetterhaus fuer die Voegel, das wir gebaut haben. Ein anderes, groesseres Blaetterhaus. Dort soll das neue Haus hin. Mittlerweile sieht es so aus.

Jetzt bleiben mir noch 4 Wochen im Center, und danach noch knapp eine halbe in Quito. Ich freue mich darauf, aber auch darauf, bald wieder Zuhause zu sein. :)

Riobamba

Sonntag, 16.02.2014

Vorgestern Abend bin ich in Riobamba angekommen, heute Nachmittag fahre ich wieder. Ueber Riobamba gibt es leider nicht viel zu berichten. Es ist eine Stadt hoch in den Bergen (ca. 2700m) und deutlich hoeher als Quito. Sie hat ausserdem ein paar schoene historische Gebaeude, doch als ich mir gestern die Museen anschauen wollte, musste ich feststellen, dass diese ausnahmelos an Wochenenden geschlossen haben. Selbst die Kirchen waren verriegelt! So blieb mir nicht viel anderes uebrig als mir die Parks und die Gebaeude von aussen anzuschauen. Aber auch das war nett:

Die Architektur der aelteren Haeuser hat mir wirklich gut gefallen. Die Parks waren fast noch schoener. So weit weg vom Meer, und trotzdem trohnt hier Poseidon ueber einem Brunnen. Die Kirchen der Stadt sind ziemlich gross. Bei Nacht ist die Stadt hell erleuchtet.Dieses stillgelegte Lokomotive erinnert an die Geschichte der Eisenbahn. Man konnte sie sogar begehen! Von Innen war der Waggon aber weniger schoen.

Was mir in Riobamba auch aufegefallen ist, sind die vielen Kinder auf der Strasse, die einem Dinge verkaufen wollen. Kinderarbeit habe ich schon ueberall in Ecuador gesehen, sei es, dass sie in Restaurants oder Internetcafes hinter der Theke sitzen oder eben auf der Strasse Obst verkaufen oder einem die Schuhe putzen wollen. Man ist in solchen Situationen haeufig unschluessig, ob man das jetzt annehmen soll, weil man dadurch die Familie unterstuetzt, oder ob es eher kontraproduktiv ist. Praktischerweise hat earthlink, bei denen ich im Mai ja mein Praktikum antrete, erst kuerzlich dazu eine Broschuere veroeffentlicht. Darin steht ganz klar, dass man, wenn man diesen Kindern in welcher Form auch immer Geld gibt, Kinderarbeit eher unterstuetzt, da es sich dadurch ja erst lohnt. Moechte man etwas dagegen tun und den Kindern und ihrem Familien helfen, so sollte man sich am besten vor Ort nach entsprechenden gemeinnuetzigen Projekten erkundigen und diese dann finanziell unterstuetzen. Und was sicherlich auch hilfreich ist, ist internationale Kampagnen zu foerdern, wie zum Beispiel Aktiv gegen Kinderarbeit von earthlink: http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/

Wie gesagt, die Stadt hat eine Eisenbahngeschichte. Und sogar einen Bahnhof! Im 19. Jahrhundert war die Zugstrecke von Quito nach Guayaquil eine wichtige Verkehrsverbindung in Ecuador, doch die Busse haben die Eisenbahn schnell abgeloest. Doch jetzt wurde die Strecke samt Bahnhoefen und Zuegen aufwaendig fuer Touristen restauriert. Es gibt verschiedene Erlebnisstrecken und wenn man von Quito nach Guayaquil fahren moechte, dauert das 4 Tage und kostet 1200$. Ich habe da was guenstigeres genommen: den "Tren de Hielo", den Zug des Eises, der einen zum Bahnhof Urbina auf ca. 3600 Metern Hoehe fuehrt. Man faehrt mit dem Zug, oder genauer dem "Autoferro", eine Art Schienenbuss, etwas mehr als eine Stunde dort hin, kriegt dort dann leckere Empanadas und gegen die eisige Kaelte einen warmen Kaffee und darf sich anschliessend umschauen. Man trifft in einem kleinen Museum auf die letzten Eisholer, die regelmaessig Gletschereis vom Chimbarazo, dem hoechsten Vulkan Ecuadors, holen. Ausserdem kann man Llamas streicheln und sich mittelalterliche Huetten der Bergbewohner anschauen, bevor es dann wieder zurueck zum Bahnhof in Riobamba geht. Das ganze dauert nur einen Vormittag, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt! Schaut euch die Fotos an:

Der Bahnhof in Riobamba. Die Schienen fuehren durch die Stadt. Unser Schienenbuss von vorne... ...von der Seite... ...und von hinten. Ein Blick aus dem Bus herraus. Polizisten begleiten den Bus die gesamte Zeit um Bahnuebergaenge zu sichern. Und das nicht immer nur vor Autos. Und nun ein paar Bilder der Umgebung, die man waehrend der Fahrt durchquert. Die Landschaft erinnerte mich haeufig ans herbstliche Deutschland. Die Felder werden noch mit der Hand bestellt. Nadelbaeume habe ich lange nicht mehr gesehen. Die Tierherden sind immer sehr klein. Es hat sich schon wegen der Aussicht gelohnt. Angekommen am Bahnhof. Viel mehr als den Bahnhof gibt es dort gar nicht. Das ist die Fahrt, die ich ausgewaehlt habe. Die Karte mit der gesamten Zugstrecke. Und hier die Hoehenunterschiede der Bahnhoefe rund um Riobamba. Dieses Eis kommt vom Chimbarazo. Die letzten Eisholer haben das Eis minutenlang in der Hand gehalten. Und das wird dann daraus gemacht! Sehr lecker! Das Haus stand gegenueber des Bahnhofs. Davor waren ganz liebe Lamas. Mit denen man sich auch gut fotografieren lassen konnte. Ein sehr kompaktes Lama. Leider auch sehr scheu. Hinter dem Haeusschen standen nachgebaute Huetten. Diese hatte ein sehr schoenes Dach. Drinnen ist es finster. Aber dort hausen Mehrschweinchen. Daneben stand dieser liebe Esel. Lieb und neugierig. Gras, Klee und Gaensebluemchen: Ein ungewohnt gewohnter Anblick...

Das war Riobamba und mein Ausflug in die Berge. Und damit endet auch meine "Urlaubswoche". Ich bin sehr zufrieden mit meinen abwechslungsreichen Erlebnissen, freue mich jetzt aber auch darauf, "nach Hause" zurueck zu kehren. Ich habe gehoert, das diese und letzte Woche sehr viele Voluntaere gekommen sind und wir jetzt praktisch volles Haus haben. Ich bin mal gespannt!

Puerto Lopez

Freitag, 14.02.2014

Seit Dienstag bin ich jetzt in der kleinen Stadt Puerto Lopez. Sie war einst ein kleines Fischerdorf, bis die Einwohner den Oekotourismus als zweites Standbein entdeckten. Vor allem die Wale sind die Hauptattraktion, allerdings nur zwischen den Monaten Juni und September. Doch das ganze Jahr ueber kann man hier die Natur bestaunen, naemlich an den Straenden, im anliegenden Nationalpark und auf der Isla de la Plata, der Insel des Silbers, welche auch "Galapagos fuer arme Leute" genannt wird. Die Stadt an sich ist wie gesagt recht ueberschaubar und scheint hauptsaechlich aus Hotels, Restaurants und Tour-Anbietern zu bestehen. Hier ein paar Eindruecke:

Hinter den Haeusern wartet direkt das Wasser. Ein Springbrunnen fuer die Wale. Am Strand reihen sich die Bars und Restaurants. Diese Kirche wurde von/fuer Fischer eingerichtet. Am Ufer liegen manche Boote... ...andere liegen im Wasser. Die Sonne zieht sich hinter die Huegel zurueck. Hier geht es zu den Schiffen. Die Kuestenwache hat ein Haus auf dem Wasser. Ein Pelikan ruht sich zwischen den Schiffen aus. Jeden Morgen kommen die Fischer mit ihrem Fang zurueck. Und darauf haben die Seevoegel nur gewartet. Es gibt eine grosse Auswahl frischer Fische. Die Fische werden entweder gekuehlt oder direkt vor Ort zubereitet. Auch Haie werden gefangen. Die europaeische Union unterstuetzt die Stadt beim recyceln. Bei gutem Wetter ist der Strand regelrecht paradiesisch. Eine interessante Sandburg am Strand. Der Sand ist sehr angenehm. Eine Delfin-Saeule ragt aus den Palmen auf. Das Hostel Mandala bemueht sich um dieses Museum. Das Skelett eines grossen Buckelwahl-Maenchens.

Gestern war ich dann auf der Isla de la Plata, der Hauptgrund, warum ich nach Puerto Lopez wollte. Mit den Tour-Anbietern faehrt man morgens mit einem kleinen Boot und einer Gruppe von 15 Leuten ca. eine Stunde ueber das blaue Wasser, bis man dann die Insel, welche unter striktem Naturschitz steht, erreicht. Begleitet wird man von einem professionellem Guide, der in unserem Fall die Tour in gleich drei Sprachen gemeistert hat (Englisch, Spanisch und Franzoesisch). Die Insel ist beruehmt fuer die seltenen Seevoegel, die dort nisten und die nur an wenigen Orten entlang Ecuadors Kuesten vorkommen. Ausserdem lassen sich dort regelmaessig Schildkroeten, Delfine und Haie sehen. Hier meine Bilder:

Mit starken Motoren flitzten wir ueber die Wellen. Unter blauem Himmel kam dann die Insel in Sicht. Die Fischer ruhen sich hier aus, fischen duerfen sie hier nicht. Diese grossen Schildkroeten haben uns bei unserer Ankunft begruesst. Direkt unter der Wasseroberflaeche liessen sie sich gut beobachten. Das ist unser Schiff am Strand der Insel. Die Isla de la Plata ist mit Bueschen bewachsen. Und diese Buesche haben teilweise sehr interessante Blueten. Die Ausblicke waren wunderschoen. Die Wege passen sich gut in die Landschaft ein. Ein Bild von mir und der Gruppe. Ein Blaufusstoelpel mit Jungem (links). Noch ein malerischer Anblick. Die Toelpel sind ganz schoen grosse Voegel. Und noch einmal: Der Ausblick. Das Wasser faerbt sich langsam tuerkis, bevor es am Strand ankommt. Zu dieser Bucht waere ich gerne herunter geklettert. Unter dem Felsen ist eine weitere Gruppe von Toelpeln. Die schoenen Huegel. Eine weitere Gruppe Toelpel.

Nachdem wir eingehend die Seevoegel beobachtet hatten, ging es weiter zum Schnorcheln im Pazifik. Und zum Glueck hat meine Kamera dafuer noch einen Trick auf Lager...

Willkommen am Pazifik! Und Willkommen IM Pazifik! Fische zu fotografieren ist gar nicht so leicht. Und so viele Fische gab es leider auch gar nicht. Aber auch der Unterwasserboden war mir ein paar Fotos wert. In dieser Bucht schwamm man sehr nah an der Oberflaeche. Ein Selbstportraet. Die Wasseroberflaeche. Ein grosser Felsen unterwasser. Fische sind nicht sehr fotogen... Diesen Schwarm habe ich drauf gekriegt! Meinen Finger aber auch... Fisch und Finger scheint besser zu gehen... Ich im Wasser (und geblendet von der Sonne).

Das war Puerto Lopez und die Isla de la Plata! Morgen geht es dann weiter nach Riobamba, eine Stadt hoch in den Bergen und wieder recht nah an Puyo. Bis dahin!

Guayaquil

Dienstag, 11.02.2014

Mir war bewusst, dass ich in Guayaquil viele Fotos gemacht habe, aber dass es so viele sind, ist mir erst beim aussortieren aufgefallen. Nun, jetzt koennte ihr euch durch 70 Fotos aus der Stadt durchklicken, zusammen mit Bildunterschriften und Begleittexten. :)

Meine Ankunft hier war ein wenig holprig. Am Freitgabend bin ich um 21 Uhr in Puyo in den Nachtbusgestiegen und hatte eigentlich erwaretet, nicht vor 6 Uhr morgens hier anzukommen. Das waere die perfekte Zeit gewesen, um im Bus zu schlafen, gemuetlich zu fruehstuecken und dann mein Hostel zu suchen. Aber der Bus kam nicht um 6 Uhr an, sondern entgegen all meiner Erwartungen um 3:30 Uhr, 2,5 Stunden frueher. Also sass ich mitten in der Nacht und hundemuede in dem dennoch beschaeftigtem Terminal und versuchte ein bisschen Schlaf nachzuholen, was gar nicht so einfach war. Im Morgen dann bin ich mit dem Taxi zum Hostel und konnte zum Glueck direkt einchecken.

Erster Schritt war fuer mich danach die Erkundung der Umgebung. Mein Hostel liegt im Stadtzentrum, und das hat in den letzten Jahren eine Rundumerneuerung erhalten: Scheinbar aus dem Nichts entstanden Hochhaeuser, breite Strassen, eindrucksvolle Museen und natuerlich Malecòn 2000, die neue Uferpromenade. An manchen Stellen sieht die Stadt ganz typisch ecuadorianisch aus, dann wieder us-amerikanisch und an anderen Stellen waegt man sich in einer europaeischen Metropole. Hier ein paar Eindruecke und Sehenswuerdigkeiten:

Nicht das Meer und auch kein See, sondern der Fluss Guayas. Monument Nr. 1 Monument Nr. 2 (La Rotonda, Herzstueck des Malecon 2000) Monument Nr. 3 Monument Nr. 4 (In der Nacht mir erleuchteter Fackel) Guayaquil ist stolz auf seine Rolle in den ecuadorianischen Unabhaengigkeitskriegen. Teil der Uferpromenade Malecon 2000. Dieser Segler lag vor Anker. Eine weitere historische Sehenswuerdigkeit am Malecon 2000. Und eine moderne Sehenswuerdigkeit der Uferpromenade. Das CinemaMalecon, in dem ich mir am Samstag Abend noch Robocop angeschaut habe. Auf den Tafeln stehen die Namen aller Unterstuetzer des Projektes. Kirche, Springbrunnen und Statue zieren einen Platz in der Innenstadt.

Das (oder der oder die oder was auch immer) Malecon 2000 ist echt der schoenste Teil der Stadt (von dem, was ich bisher gesehen habe). Es ist modern, freundlich und sicher, denn hier, und auch an vielen anderen Stellen der Innenstadt patroullieren zu jeder Tageszeit ausreichend Sicherheitsbeamte und Polizisten zusaetzlich zu einer ausgedehnten Videoueberwachung. Man fuehlt sich dadurch nicht nur sicherer, man ist es auch, und gerade in Ecuador ist einem das viel wert. Auf dem Malecon gibt es ausserdem noch einige kulturelle Einrichtungen, allen vorran das Museum für Anthropologie und moderne Kunst (MAAC), das in 4 Ausstellungen beeindruckt: Eine Kunstausstellung aus Chile, eine Kunstausstellung aus Ecuador, eine weitere (zugegebenermassen langweilige) chilenische Kunstausstellung und die dauerhafte historische Ausstellung. Da in ecuadorianischen Museen das fotografieren erlaubt ist, lasse ich euch gerne daran teilhaben:

Die erste Ausstellung ist zwar klein, aber beeindruckend. Damit sind die Waende Der Name der zweiten Ausstelungen, mit Fotos und Kunstwerken. Vorne Eiscreme, hinten ein hoelzerner Schweinekopf. Dieses Bild hiess Dieses Foto hat mir gut gefallen. Eine Reihe mit bemalten Videospielcontrollern. Artefakte in der historischen Ausstellung. Diese Muster waren in Schalen gemalt. Altertuemliche ecuadorianische Kunst in klein... ...und in gross. Musiker... ...Krieger... ...und was auch immer das darstellen soll. Antike Waehrung der Indigenen.

Ausserdem auf dem Malecon, suedlich des MAAC, befindet sich einer der schoensten botanischen Gaerten, die ich einer so grossen Stadt wie dieser je gesehen habe:

Weitlaeufig gepflegtes und gesundes Gruen. Man vergass schnell, dass man in einer Millionen-Stadt ist. Obgleich sich der Garten gut in die Umgebung einfuegt. Ein Faun verfuehrt eine Jungfrau. Diese Echse ueberprueft die Lage. Auch der Springbrunnen passte gut ins Ambiente. Zwischen den Pfeilern ist ein (teures!) Cafe. Selbst ohne Blueten waren die Pflanzen sehr bunt. Ein Mamut versteckt sich hier im Lager!

Noerdlich von Malecon sind Las Peñas. Das ist ein Huegel mit zahlreichen Altbauten, auf dessen Gipfel ein Leuchtturm trohnt. Die historischen Wohnhaeuser, die man auf dem Weg zum Leuchtturm durchquert, wurden ebenfalls renoviert und bunt angemalt. Nun ja, zumindest die Fassade. Innen sehen sie aus wie alle einfachen ecuadorianischen Haeuser.

Las Peñas bei Tag... ...und bei Nacht. (In echt deutlich heller!) Die bunten Haeuser auf dem Huegel. Die 444 Stufen bis nach oben sind durchnummeriert. Die Piratenschiffe erinnern an die militaerisch Bedeutung dieser Stellung. Genau wie die allgegenwaertigen Kanonen. Der Leuchtturm (nur noch ein paar Stufen!) Eine Kanone mit Blick auf die Stadt und den Fluss. Ausblick suedlich vom Turm. Westlicher Ausblick (neben dem Turm steht eine Kapelle). Und noertlich vom Turm. Neben dem Edelhotel stehen zusammengezimmerte Wellblechhuetten. Die stolze Flagge Ecuadors. Ein kleiner Metalldrache oben auf dem Leuchtturm.Die schonen Fenster der kleinen Kapelle. Das andere schoene Fenster.

In der eigentlichen innenstadt ringen dann verschiedene kleine Parkanlagen um die Aufmerksamkeit der Touristen. Hier ist der Seminario-Park, der mir besonders gut gefallen hat, denn er wird von Gruenen Leguanen bevoelkert. Diese Art ist zwar in Sued- und Mittelamerika weit verbreitet, kommt aber wahrscheinlich nur hier mitten in der Stadt vor.

Der Park, selbsterverstaendlich mit Monument und Kirche. Ein Gruener Leguan. Ein ganzer Haufen Gruener Leguane. Es gbt solche mit besonders langem Schwanz... ...und solche mit gleich zwei Schwaenzen. Wie viele Leguane haben sich in diesem Baum versteckt? (Ich habe nicht gezaehlt...) Auch Schildkroeten gab es zu Genuege.

Neben diesem Park gab es direkt ein weiteres Museum, welches sich mit der Geschichte der Stadt beschaeftigt, angefangen bei den ersten indigenen Siedlungen bis zum Einzug der Moderne.

In Stein gehauene Tiere. Praekolumbianische Stuehle. Ein indigenes Grabmal (und das einzige Bild von mir in Guayaquil!) Der Raum war voll mit Buesten und Gemaelden, aber das hier fand ich am spannensten. Draussen konnte man die alten Stuehle dann selbst ausprobieren.

Die Geschichte Guayaquils ist durchaus interessant. Die Europaer haben hier regelrecht auf die Siedlungen der Indigenen ihre eigenen Haeuser gesetzt und schnell eine der bedeutensten Schifftswerften der Region errichtet. Aus Kriegen, Piratenangriffen und einem grossen Feuer ist die Stadt jedesmal erneut auferstanden und florierte am Ende des 19. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert wurde der Erfolg der Stadt durch Korruption und schlechter Stadtplanung zunichte gemacht und Anfang der 90er Jahre war die Infrastruktur nahezu ruiniert und die Leute verarmt. Ein neuer Buergermeister riss dann das Ruder herum, fuehrte konsequent radikale Reformen ein und liess die Innenstadt aufwaendig renovieren sowie das Malecon 2000 errichten. Das lockte inn- und auslaendische Investoren und Touristen an und heute ist es ein moderner und sicherer Ort geworden. Gleichzeitig gibt es aber immer noch die suburbanen Gebiete, in denen sich nichts geaendert hat und die nach wie vor zu den gefaehrlichsten Orten des Landes gehoeren.

Doch dort gehe ich gar nicht erst hin. Ich habe die drei Tage hier in der Innenstadt verbracht und es sehr genossen. Zum Beispiel das gute Essen. Oder die Kinos. Am Samstag habe ich mir die Neuauflage von Robocop angesehen und gerade eben den Legofilm (absolut sehenswert!). Und was mir nach dem Kino aufgefallen ist, sind die umgedrehten Temperaturen. Waehrend des Filmes musste ich meine Jacke zuknoepfen, weil die Klimaanlage alles so abgekuehlt hat, und draussen erschlagen mich dann die ewigen 30 Grad der Stadt. In Deutschland bin ich es (zumindest an kalten Tagen) andersherum gewoehnt.

So, habe ich alles? Ach ja! Hier die skurrilsten Baeume des Malecons!

Seltsamer Baum Nr. 1 Seltsamer Baum (oder Baeume?) Nr. 2 Seltsamer Baum Nr. 3 Und seltsamer Baum Nr. 4

Paparazzi

Samstag, 08.02.2014

Diese Woche hatten wir eine Journalistin aus Finnland bei uns, die zur Zeit durch Suedamerika reist und verschiedene Freiwilligenarbeiten macht. Dabei schreibt sie dann ueber alles moegliche Artikel, die sie dann versucht, an finnische Zeitungen und Magazine zu verkaufen und sich so ihre Reise zu finanzieren. Nachdem sie nun mehrere Wochen in einem indigenen Dorf in der Naehe war und dort bei vielen Familien gelebt und in der Schule geholfen hat, ist sie fuer eine Woche zu uns gekommen. Und obwohl sie genauso gearbeitet hat wie alle anderen Voluntaere auch, merkte man ihr ihr journalistisches Interesse schon an. Noch nie musste ich so viele Fragen waehrend der Arbeit beantworten und auch noch nie habe ich es erlebt, dass jemand so viele Fotos gemacht hat.
Aber auch wenn dadurch alles etwas laenger gedauert hat, fande ich es durchaus interessant mal einer Journalistin bei der Arbeit zu erleben, alles mal aus ihrer Perspektive zu sehen und mir vorzustellen, was am Ende in ihrem Artikel stehen wird. Schade, dass der auf Finnisch sein wird. Neben den Fragen bei der Arbeit hat sie uns Voluntaere, und natuerlich auch Flavio, ausfuehrlich interviewt und uns dabei nach unseren persoenlichen Erfahrungen ausgefragt. Vielleicht kommt bald auch schon der naechste Journalist; ein Niederlaender, der fuer "National Geographic" arbeitet. Vielleicht schreibt der dann auf Englisch.

Ansonsten ging die Woche mit viel Arbeit weiter. Viele Kaefige muessen zur Zeit ueberarbeitet werden, sowohl um sie ausb ruchsicher zu machen als auch um sie interessant und sicher fuer die Tiere zu gestalten. Diese Woche lag der Fokus auf den Affen.

 Lorenza schaut neugierig, was wir da machen. 

Im Moment ist hier Wahlkampf, und wir haben kurzerhand ein Wahlplakat, das nicht mehr gebraucht wird, zu einem Trampolin umfunktioniert:

In der Mitte der President Ecuadors, rechts und links die lokalen Kandidaten. Das fertige Trampolin fuer die Affen Elvis und Lorenza.

Nebenher muss auch noch die alltaegliche Arbeit erledigt werden, wie Fischen fuer die Ozelots und Tiere hueten:

Die Teiche sind angelegt und gehoeren der Familie. Das Baby-Huangana ist nach langem Bachkraulen eingeschlafen.

Am Ende der Woche haben wir viel Gras schneiden muessen, weil es die Wege ueberwucherte. Dabei sind wir einigen "kleinen" Tieren begegnet:

Dieses Insekt war laenger als mein Finger. Auch dieses Tier war ziemlich gross. Und diese Spinne was nicht nur haarig, sondern auch noch gestreift.

Desweiteren haben sich in dem Wasserbecken, in dem wir immer unsere Waesche waschen, seit einigen Wochen ein paar Kaulquappen eigenistet und jetzt endlich sind die ersten aus dem Wasser gestiegen. Ueberall um das Becken herum huepfen jetzt kleine, dunkle Froesche und am Beckenrand hocken die ganz Jungen:

Den kleinen Schwanz hat der Frosch noch nicht verloren.

Gestern Abend hat Flavio sich aus frischer Baumwolle und kleinen Holzspiessen Pfeile fuer sein Blasrohr gebastelt um damit Ratten zu jagen (die Tiere koenne eine echte Plage sein). Prompt am selben Abend konnte er es dann auch an einer erfolgreich ausprobieren. Hier nur ein Bild von den Pfeilen und der Baumwolle:

Die Baumwolle ist ganz frisch geerntet.

Und jetzt sitze ich am Freitagabend in einem Internetcafe in Puyo, gegenueber vom terminal terrestre, dem Hauptbusbahnhof. In zwei Stunden faehrt mein Bus nach Guayaquil, was ich dann erst im Morgen (6/7 Uhr) erreichen werde. Guayaquil ist das erste Ziel meiner kleinen Reise durch Ecuador. Es ist die groesste Stadt des Landes und gerade die Innenstadt wurde in den letzten Jahren aufwaendig modernisiert (und ist deshalb auch sehr sicher). Die Stadt ist beruehmt fuer ihre kuenstlerische Uferpromenade und zahlreiche Museen, es gibt also fuer mich ausreichend zu sehen. Bevor ich dann in einer Woche zum Center zurueckkehre besuche ich noch Puerto Lopez und Riobamba.

Doch jetzt hoffe ich erst mal, dass ich gleich im Bus ein wenig schlafen kann, um auch ausgeruht anzukommen. :)

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.